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Beteigeuze Sohn Odins - Administrator

Anmeldedatum: 01.04.2010 Beiträge: 258 Wohnort: Wiesbaden
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Verfasst am: So 23 Mai, 2010 01:36 Titel: Walt Whitman (1819 bis 1892) |
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Gesang von mir selbst
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Die Falkenkeule schweift vorbei und klagt mich an; sie beschwert sich über mein Plaudern und Zögern.
Ich bin auch gar nicht zahm, bin unübersetzbar;
Ich lasse mein barbarisches Geschrei erschallen über die Dächer der Welt.
Des Tages letzter Schimmer verweilt noch um meinetwillen.
Er legt mein Ebenbild mit andern und treu wie irgendeins auf die schattendunkle Wildnis;
Es lockt mich in Nebel und Dunkel hinein.
Ich scheide wie die Luft; ich schüttle meine weißen Locken gegen die enteilende Sonne hin;
Ich ergieße mein Fleisch in Wirbeln und lasse es hintreiben in fadigen Streifen.
Ich vermache mich dem Schmutz, um aus dem Grase, das ich liebe, emporzutreiben;
wenn du mich wieder brauchst, so suche mich unter deinen Stiefelsohlen.
Kaum wirst du wissen, wo ich bin oder was ich meine;
trotz allem aber werde ich dir gut bekommen
und klären und kräftigen dein Blut.
Wenn du mich nicht sogleich verstehst, bleibe dennoch guten Mutes.
Findest du mich nicht an einer Stelle, so suche mich an einer andern.
Irgendwo halte ich mich auf und warte auf dich.
– Walt Whitman – _________________ Aufgefordert, in aller Kürze den Begriff Kunst zu definieren,
könnte ich ihn nur bezeichnen als die Reproduktion dessen,
was unsere Sinne durch den Schleier der Seele von der Natur wahrnehmen.
- Edgar Allan Poe - |
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Beteigeuze Sohn Odins - Administrator

Anmeldedatum: 01.04.2010 Beiträge: 258 Wohnort: Wiesbaden
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Verfasst am: So 25 Jul, 2010 13:21 Titel: |
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Als ich mit stillem Sinnen
Als ich mit stillem Sinnen
zu meinen Dichtungen mich zurückwandte, und in Betrachtung lang verweilte,
erhob sich mit zweifelsvoller Miene vor mir ein Phantom,
schrecklich in Schönheit, Alter und Kraft.
Der Genius der Dichter der alten Länder;
und seine Augen wie zwei Flammen auf mich richtend,
wies er mit seinem Finger auf so manche unsterbliche Dichtung
und sprach mit drohender Stimme dies: »Was singst du da?
Weißt du nicht, dass es nur einen Stoff gibt für unsterbliche Sänger?
Den Krieg, das Geschick der Schlachten,
und wie vollkommene Krieger herangebildet werden?«
»Sei es so«, gab ich zur Antwort;
»Auch ich, hochmütiger Schatten, singe den Krieg, und einen langwierigeren und gewaltigeren als sonst;
mit wechselndem Glück wogt er in meinem Lied; mit Flucht, Angriff, Rückzug, verzögertem und ungewissem Sieg
(der dennoch, denk ich, schließlich sicher oder so gut wie sicher ist) auf dem Schlachtplan der Welt,
Um Tod und Leben, Leib und ewige Seele.
Wohl! auch ich bin gekommen, den Sang der Schlachten zu singen,
und auch ich fördere vor allem tapfere Krieger.«
– Walt Whitman – _________________ Aufgefordert, in aller Kürze den Begriff Kunst zu definieren,
könnte ich ihn nur bezeichnen als die Reproduktion dessen,
was unsere Sinne durch den Schleier der Seele von der Natur wahrnehmen.
- Edgar Allan Poe - |
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Beteigeuze Sohn Odins - Administrator

Anmeldedatum: 01.04.2010 Beiträge: 258 Wohnort: Wiesbaden
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Verfasst am: So 05 Dez, 2010 15:45 Titel: |
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O Käpt’n! Mein Käpt’n!
O Käpt’n! Mein Käpt’n! Gefahr und Fahrt ist aus.
Das Schiff besiegte Sturm und Riff und bringt den Sieg nach Haus.
Vom Hafen, nah schon, Glockenschall und Jubelschwang,
empfängt den Kiel, den grimmen, dem die kühne Fahrt gelang.
Doch, o Herz! Herz! Herz!
O Blutstropfen rot!
Wo auf dem Deck mein Käpt’n liegt,
gefallen, kalt und tot!
O Käpt’n! Mein Käpt’n! Steh auf, vernimm die Glocken!
Steh auf; für dich Trompetenschall, der Fahnen frohes Locken!
Für dich Girland‘ und Kranzgewind; für dich belebt der Strand!
Dir jauchzt das Volk; die Blicke all, dir sind sie zugewandt!
Hör, teurer Vater, Käpt’n!
Mein Arm, er gibt dir Halt!
Ein Trug ist’s ja, dass hier auf Deck
du hinsankst tot und kalt.
Mein Käpitän gibt Antwort nicht, sein Mund ist fahl und stille.
Mein Vater fühlt nicht meinen Arm, ihm stocken Puls und Wille.
Das Schiff vor Anker gut und fest; die Fahrt getan und aus.
Trotz Not und Sturm, das Siegerschiff bringt den Preis nach Haus.
Ach, jauchzt nur, Ufer! Glocken schallt!
Doch, in Schmerz und Not,
geh noch auf Deck, wo mein Käpt’n liegt,
gefallen, kalt und tot.
– Walt Whitman – _________________ Aufgefordert, in aller Kürze den Begriff Kunst zu definieren,
könnte ich ihn nur bezeichnen als die Reproduktion dessen,
was unsere Sinne durch den Schleier der Seele von der Natur wahrnehmen.
- Edgar Allan Poe - |
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